News

Jahresrückblick des Bürgermeisters


Ansprache BürgermeisterSehr geehrte Damen und Herren des Gemeinderates,
sehr geehrte Frau Ortsvorsteherin, sehr geehrte Herren Ortsvorsteher,
liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
 
der Abreißkalender ist dünn geworden. Es ist nur noch kurze Zeit, dann feiern wir Weihnachten und stehen an der Schwelle zu einem neuen Jahr. Dies ist die Zeit der Besinnung, aber auch die Zeit, um rückblickend auf das alte Jahr zu schauen und einen Ausblick auf das neue Jahr zu wagen.
 
Weihnachten ist für die meisten Menschen in dieser Welt das wichtigste und schönste Fest des Jahres. Es gibt uns Gelegenheit, auch einmal über unseren alltäglichen Horizont hinauszublicken auf die Dinge, die wirklich wichtig sind. Gesundheit lässt sich z. B. nicht in Geschenkpapier wickeln und unter den Christbaum legen. Auch Glück kann man nicht kaufen. Dennoch sind Gesundheit, Zufriedenheit und ein Leben in Frieden Geschenke, für die wir selbst nicht dankbar genug sein können.
 
Frieden im Großen wie im Kleinen, in der Welt und vor Ort, sind für mich wesentliche Wünsche, die ich an das neue Jahr richte. Deshalb möchte ich sie einladen, in diesen Tagen über ihren eigenen Frieden und den Frieden im „Kleinen“ nachzudenken. Wie glücklich, wie zufrieden bin ich mit mir selbst? Was hält mich, wie stehe ich zu meiner Familie, zu meinem Nachbarn, Freunden und Bekannten? Denke ich immer allgemein „Die anderen“ oder versuche ich, auch die einzelne Person zu verstehen? Sehe ich nur meine Sicht der Dinge oder nehme ich mich selbst auch einmal zurück?
Der Frieden „im Großen“ wie „im Kleinen“, ist ein hohes Gut, der unseres kontinuierlichen persönlichen Einsatzes bedarf.
 
Die verschiedensten Geschehnisse und Entwicklungen haben uns im Jahr 2018 bewegt,  verändert und vorangebracht. Trotz sehr komplexer Herausforderungen ist es uns gemeinsam gelungen, das Fundament für eine solide Bewältigung der anstehenden Aufgaben zu legen, und die Attraktivität unserer Heimatstadt, welche uns sehr am Herzen liegt zu steigern.
 
Das vergangene Jahr 2018 war bestimmt durch umfangreiche Planungen und Planverfeinerungen unserer in den nächsten Jahren auf uns zu kommenden Großprojekte. Die Schul- und Vereinssporthalle in der Keimstraße, die Sanierung unserer dortigen Grundschule über die Sanierungsplanung unseres Heimatmuseums und unseres alten historischen Rathauses als Sitzungs- und Veranstaltungsgebäude bis zur Konzeption einer neuen Tourist-Info sind Zukunftsplanungen, die die Stadt in den nächsten Jahren gestalterisch weiter voranbringen werden. Genauso zu nennen ist die angestoßene städtebauliche Feinjustierung der Verbesserung der Innenstadt als Aufenthaltsort, als Wohn- und Arbeitsort aber auch als ästhetisches Aushängeschild unserer touristischen Ambitionen. Viele kleine Steine werden sich zu einem umzusetzenden Gesamtbild fügen!
 
Aber 2018 konnten wir darüber hinaus einige Highlights miterleben, initiieren und gestalten.
 
Ich freue mich, Ihnen einige sicherlich nicht abschließende Höhepunkte aufzuzeigen.
 
Das waren zum Beispiel am:
  • 24.01. - Neujahrsempfang der Bundeswehr und der Stadt Walldürn
  • 01.02. - Ausstellungseröffnung „Dürmer Faschenaacht“ im Reilschen Haus
  • 08.03. - Übergabeappell der RSU-Kompanie Odenwald
  • 04.05. - Einweihung der Katholischen Verrechnungsstelle
  • 06.05. - Einweihung Anbau Kindergarten St. Marien
  • 30.06. - Fertigstellung Produktionshalle der Firma P&G, Werk Braun Walldürn
  • 03.07. - Verleihung Bundesverdienstkreuz an Herrn Ortsvorsteher Heinrich Hennig
  • 05.07. - Grundsteinlegung Start-up-Center-Odenwald, Fa. Goldschmitt
  • 08.09. - Übergabe und Segnung des MTW und TLF4000 für die Abteilungswehr Walldürn
  • 16.09. - 60-jähriges Jubiläum, Flugsportclub Odenwald
  • 21.09. - Offizielle Einweihung der Lehrwerkstatt der Fa. Weiss im VIP
  • 23.09. - 20-jähriges Jubiläum des Lichtermuseums Wettersdorf
  • 29.09. - 10 Jahre Firma Alba
  • 14.10. - 25 Jahre Eintracht 93 Walldürn e.V.
  • 10.11. - 50 Jahre FG „Höhgöiker“ Glashofen
Das sind nur kleine Ausschnitte dessen, was  in Walldürn und seinen Ortsteilen an gut besuchten Veranstaltungen das Jahr über stattfindet. Wir halten das für selbstverständlich, aber erst das Bewusstsein darüber was wir mit Gemeinsinn alles leisten und in Zukunft noch leisten können, kann zu einer Verstärkung des Gemeinschaftsgeistes zu allen Generationen führen. Die im Jahr 2019 stattfindenden Veranstaltungen zur 1225-Jahrfeier Walldürns, die über das ganz Jahr hinweg verteilt sind, und die im Gemeinderat verabschiedete Bürgerbeteiligung zum Projekt der Entwicklung der Stadt Walldürn als „Marke“ sollen als Gemeinschaftserlebnis das Zusammengehörigkeitsgefühl verstärken. Freuen Sie sich darauf!
 
Auch haben wir mehrere Millionen Euro an Investitionen 2018 umgesetzt oder ins Laufen gebracht. Lassen Sie mich einige Maßnahmen aufzeigen:
  • Fertigstellung des Zuleitungskanals in der Würzburger Straße (Marsbachstraße bis Kuhnebrücke) mit neuer Straßenwiederherstellung
  • Kanalanschluss für das Freilandmuseum Gottersdorf
  • Ertüchtigung der Kläranlage Rippberg mit Erneuerung des Rechens und der Zulaufsteuerung
  • Neubau vom RÜB 1 in Walldürn mit Zulaufkanälen
In unser Abwassersystem in der Kernstadt und den Ortsteilen haben wir darüber hinaus in Sanierung und Erweiterung groß investiert.
 
Aber auch Kleines für unsere Kleinsten ist zu erwähnen. So haben wir 2018 in Rücksprache und mit ideeller Zusammenarbeit mit den Eltern den Spielplatz im neu geschaffenen Baugebiet Lindig als Begegnungsort von Großeltern, Eltern und Kindern mit modernem Spielgerät konzipiert und eingeweiht. Dieser Spielplatz wird inzwischen nicht nur von den Bewohnern des Lindig außergewöhnlich gut frequentiert.
 
Unser jetzt schon sehr attraktives Auerbergsportbad wurde für die Nutzer durch umfangreiche Maßnahmen weiter aufgewertet und der Sicherheitsstandart noch weiter erhöht. Neben den Brandschutzmaßnahmen waren die Neugestaltung des Atriums und eines Gruppenraumes für die im Jahre 2018 fusionierte DLRG finanziell erhebliche Investitionen. Gerade die Bäder sind für alle Generationen sehr wichtig, so dass wir im Jahre 2019 die jetzt schon begonnene Attraktivitätssteigerung unseres Freibades fortsetzen wollen. An dieser Stelle möchte ich mich gerade bei unserem Förderverein Walldürner Bäder ganz herzlich für die finanziellen Unterstützungen so vieler kleiner und großer Maßnahmen zur Verbesserung unserer Bäder bedanken. Dies ist alles nicht selbstverständlich, genauso wie die außergewöhnliche Spende der Walldürner Krabbelstube für die Anschaffung einer Kinderrutsche an unserem großen Becken des Freibades. Da fällt es uns als Gemeinderat auch leichter, größere notwendige Investitionen zu tragen, wenn wir wissen, welche Wertschätzung unsere Bäder durch Eigenleistungen erfahren.
 
Es ist aber nicht alles eitel Sonnenschein. Die langfristige Sicherung der ärztlichen Versorgung im ländlichen Raum ist ein Thema, das nicht nur Walldürn betrifft. Auch wenn wir in unseren Bemühungen im Jahr 2018 noch keinen Erfolg hatten mit unseren Planungen eines Gesundheits- und Versorgungszentrums, werden wir weiter versuchen, jeglichen kleinsten Ansatz wahrzunehmen, unsere Ziele zu verwirklichen. Ich bin zuversichtlich. Ich möchte aber nicht verhehlen, unsere vehementen Bemühungen wurden hauptsächlich durch Fakten behindert, auf die wir keinen Einfluss haben. Ohne eine Änderung der Gesundheitspolitik unserer Bundesregierung, zugunsten des ländlichen Raumes und vor allem ohne Änderung der ärztlichen Ausbildung, und ohne verstärkte Anreize für junge Ärztinnen und Ärzte sich im ländlichen Raum selbständig zu machen, gehen jegliche Anstrengungen unsererseits ins Leere.
 
Wir haben uns aber für 2019 wieder einiges vorgenommen.
 
Die Sanierung unseres Heimatmuseums begann mit den ersten Notmaßnahmen und der Planung einer neuen modernen Museumskonzeption für den Zeitraum, wenn das Museum wieder für Besucher geöffnet ist. Auch die Sanierung unseres mittelalterlichen Rathauses wird 2019 in die weitere mit den Behörden abzustimmende Planung gehen. Wir wollen den schon aus dem Mittelalter entwickelten Charakter einer Tagungs- und Sitzungsstätte für unseren Stadtrat und als Arbeitsstätte unserer Verwaltung, wie sie lange Jahrhunderte andauerte, wieder herstellen.
 
Gerolzahn erhält 2019 mit dem neuen Dorfgemeinschaftshaus wieder einen Dorfmittelpunkt für die Bürgerschaft, die Vereine und unsere Feuerwehreinsatzabteilung. Über 2500 eigene Arbeitsstunden wurden 2018 schon durch die Dorfgemeinschaft erbracht. Eine herausragende beispielgebende Leistung. Dies geht eben nur im ländlichen Raum, wo jeder einzelne Mitverantwortung für die Gemeinschaft übernimmt.
 
Walldürn als Wohn- und Arbeitsort ist begehrt und beliebt. Der Wohnungsmietmarkt ist zwischenzeitlich sehr angespannt. Die Entwicklung der Baugebiete Lindig und Gütleinsäcker in Altheim ist zwar in den letzten Jahren vorangetrieben worden, beide Gebiete sind allerdings fast schon ausgebucht. Eine endgültige Auslastung dieser Gebiete ist spätestens Anfang 2020 erfolgt. Der Gemeinderat hat sich daher schon früh entschlossen, schnell an die Entwicklung weiterer Baugebiete ranzugehen. Der Gesetzgeber hat den Gemeinden mit dem § 13 b BauGB für die Ortsteile und für die Kernstadt ein Planungsmittel an die Hand gegeben, das den Bedarf an bezahlbarem Wohnraum für junge Familien schneller befriedigen kann. Eine größere Planung im Rahmen unseres Flächennutzungsplans 2030 für längere Zeiträume ist jedoch trotzdem notwendig, da im Innenraum der Städte und Gemeinden an Innenentwicklungspotenzial schwer heranzukommen ist.
 
Sehr geehrte Damen und Herren,
 
„Wann, wenn nicht jetzt?
Wo, wenn nicht hier?
Wer, wenn nicht wir?“

 
Diese Worte von John F. Kennedy sind eine Aufforderung zur Eigenverantwortung, zum Handeln, zum aktiven Gestalten unserer Gesellschaft. Wir – hier und heute! Dieser Appell trifft den Kern jeder Demokratie, jeder auf Freiheit gegründeten Gesellschaftsordnung.
 
Wir brauchen Menschen, die Ja sagen zu dieser einzigartigen Verantwortung, die ein großes Geschenk birgt – das Maß an Freiheit und Selbstbestimmung, wie es nur in einem Land möglich ist, das in Frieden und Freiheit lebt.
 
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, eine der wichtigsten Säulen unserer Stadt sind Sie. Und zwar in Form Ihrer Bürgerbeteiligung und Ihres Bürgerengagements. Ich bin stolz darauf, Bürgermeister in einer Stadt zu sein, in der sich so viele Bürgerinnen und Bürger für Ihre Mitmenschen oder das Gemeinwohl engagieren.
 
Zum Jahreswechsel möchte ich Sie alle heute nicht nur bitten, sondern auffordern. Sagen Sie Ja zur Verantwortung für Aufgaben in Ihrem Lebensbereich: Dazu gehört zunächst die Verantwortung für sich selbst. Eltern müssen die Verantwortung für ihre Kinder übernehmen. Genauso wichtig ist die Sorge um unsere Senioren.
 
Menschen  mit besonderen Talenten sollten Verantwortung in einem Ehrenamt übernehmen. Denn ohne die vielen Freiwilligen würden unsere Vereine und Verbände nicht funktionieren. In Walldürn ist die Bereitschaft, sich ehrenamtlich zu engagieren, glücklicherweise besonders hoch. Dieses großartige bürgerschaftliche Engagement ist unverzichtbar! Deshalb möchte ich allen Menschen, die „Ja“ sagen zum Ehrenamt, meinen großen Respekt für ihren Einsatz bezeugen und ein herzliches Dankeschön sagen!
 
Etliches hätte nicht umgesetzt werden können, wenn nicht die große Schar der Ehrenamtlichen in den verschiedenen Lebensbereichen mit Tatkraft und Engagement agiert hätten.
 
Ich sage all denen, die mit dazu beigetragen haben, unser Zusammenleben zu verbessern, Hab und Gut zu schützen, Krankheiten abzuwehren, Leiden zu mildern, Wissen zu vermitteln und Freude zu schenken, ein ganz herzliches Dankeschön.
 
Vielen Dank auch besonders an all jene, die sich durch ihr soziales Engagement den Schwächeren und Schwächsten in unserer Gesellschaft auf vielfältige Art und Weise widmen.
 
Ein Wort des Dankes darf ich aussprechen den Verantwortlichen in Industrie, den Geschäftsleuten, all unseren Verbänden und Institutionen, unseren Schulen, Kirchen, der Bundeswehr, den in der Stadt angesiedelten Landes- und Bundesbehörden, Stadtwerke und Geriatriezentrum.
 
Danken  möchte ich auch allen Menschen, die an den Feiertagen arbeiten und selbst am Heiligen Abend für alle anderen den Betrieb aufrechterhalten. Den Busfahrern und Feuerwehrleuten, den Ärzten und Pflegekräften, unseren Männern vom Bauhof und den Stadtwerken. Und allen Menschen, die sich gerade an Weihnachten um andere, um Bedürftige oder Alleinstehende kümmern.
 
Mein Dank geht auch an die Kindergärten und Schulen, die sich mit ihrer Arbeit bestens darum kümmern, dass bereits unsere jüngsten Bürgerinnen und Bürger schon früh in ihrer Entwicklung gefördert und gut betreut werden.
 
Bedanken darf ich mich auch bei den Damen und Herren des Gemeinderates, bei der Dame und den Herren Ortsvorstehern und den Damen und Herren Ortschaftsräten für die gute und konstruktive Zusammenarbeit zum Wohle unserer Stadt.
 
Dieses ehrenamtliche, kommunalpolitische Engagement ist keinesfalls selbstverständlich und fordert inzwischen ein immer höheres Maß an zeitlichem Einsatz, um sich in die immer komplexeren Sachverhalte hineinzuarbeiten und entsprechende Beschlüsse nicht nur fassen, sondern auch vertreten zu können.
 
2019 sind unter anderem wieder Kommunalwahlen. An dieser Stelle möchte ich Sie, liebe Bürgerinnen und Bürger bitten: Übernehmen Sie Verantwortung, engagieren Sie sich kommunalpolitisch, in dem Sie sich zur Wahl stellen. Nur wer innerhalb des Systems des Kommunalrechts mit entscheidet, kann etwas positiv bewegen. Wer außen steht und wer alles verteufelt, unterminiert oder torpediert, was die örtlichen Entscheidungsträger im Gemeinderat und der Verwaltung initiieren, hat innerhalb unserer repräsentativen Demokratie kein moralisches Recht, Entscheidungsträger ins Unrecht zu setzen! Deshalb wirken Sie mit! Stellen Sie sich zur Wahl!
 
Abschließend möchte ich mich auch ganz herzlich bei meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in allen Bereichen der Stadt für ihre hervorragende und engagierte Arbeit im vergangenen Jahr und für die erhaltene Unterstützung bedanken. Ohne diese Unterstützung wäre ein erfolgreiches Arbeiten für mich gar nicht erst möglich.
 
Last but not least gilt mein herzlicher Dank unseren Bürgerinnen und Bürgern.
 
Sie alle tragen mit einem guten menschlichen Miteinander zum Gelingen eines intakten Gemeinwesens bei. Nur mit Ihrer Unterstützung können wir unser liebens- und lebenswertes Walldürn noch lebendiger, unser Zusammenleben noch harmonischer gestalten und manche Herausforderungen besser bestehen. Einen ganz wertvollen Beitrag leisten hier auch all unsere Vereine, Gruppen, Kirchen und Organisationen mit Ihrem unermüdlichen Einsatz.
 
Lassen Sie mich schließen mit einem kurzen Auszug aus einem Weihnachtslied aus Haiti:
Es ist Weihnachten,
wenn alle bereit sind für das Fest.
Weihnachten heißt: mit Hoffnung leben.
Wenn sich Menschen die Hände zur Versöhnung reichen.
Wenn der Fremde aufgenommen,
wenn einer dem anderen hilft,
das Böse zu meiden und das Gute zu tun,
dann ist Weihnachten.
 
Ihnen allen wünsche ich noch eine besinnliche, eine stille, aber auch eine erwartungsvolle Adventszeit, sowie ein frohes, ein friedliches und ein gesegnetes Weihnachtsfest im Kreise Ihrer Lieben. Nutzen Sie die kommenden Tage zur wohlverdienten Muße und zum Ausspannen.
 
Für das kommende Jahr wünsche ich Ihnen Gesundheit, Zufriedenheit, Erfolg und Gottes Segen.

Redakteur / Urheber
Stadt Walldürn - Internetredaktion - tewo