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Minister Hauk im Gespräch im historischen Rathaus


Walldürn. Eine besondere Gesprächsrunde fand am vergangenen Freitag im historischen Rathaus der Stadt Walldürn statt. Dabei trafen sich Peter Hauk MdL, Minister für ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Bürgermeister Markus Günther, Achim Dörr als Mitglied des Wallfahrtsausschusses und des Pastoralteams der Seelsorgeeinheit Walldürn in Vertretung für Pater Josef Bregula sowie Tanja Naas, Leiterin der Tourist- und Freizeitinformation. Im Rahmen eines regen Gedanken- und Ideenaustauschs wurden die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den heimischen Tourismus und die Wallfahrt in Walldürn, als größten eucharistischen Wallfahrtsort erörtert.

Zunächst erhielt Minister Hauk das noch letzte verfügbare Wallfahrtspaket aus den Händen des Bürgermeisters. In diesem Zusammenhang ging Bürgermeister Günther auf das große Interesse und die zahlreichen Bestellungen der vergangenen vier Wochen ein. Ebenso informierte er über die Marketingmaßnahmen von Seiten der Stadtverwaltung zur Unterstützung der hiesigen Gastronomie und des lokalen Einzelhandels. Dabei lobte Günther auch den großen Rückhalt, den die Gewerbetreibenden von Seiten der Bevölkerung erfahren haben.

Achim Dörr ging anschließend auf die Entwicklung der Pilgerzahlen in den letzten Jahren ein, die einen Rückgang verzeichnen. Aktuell besuchen rund 80.000 Pilger im Jahr den Wallfahrtsort. In der vierwöchigen Hauptwallfahrtszeit im Jahr 2019 geht man von einer Besucherzahl von rund 35.000 Pilgern aus.

Coronabedingt wurden bereits ab Anfang März neue Wege in der digitalen Übertragung durch Livestreams forciert. Verschiedene Gottesdienstformen wurden dabei live übertragen und haben einen enormen Zuspruch erfahren.  

Im folgenden Gespräch mit den Beteiligten ging Frau Naas auf den Wunsch weiterer Marketingmaßnahmen ein. Mit diesen sollen nicht nur die typischen Pilger angesprochen werden. Vielmehr möchte man damit auch Menschen ansprechen, die nicht unbedingt den Weg zur heimischen Kirche pflegen, sondern die Sehnsucht nach Spiritualität suchen.

Mit besonderen Wallfahrtstagen und Gottesdiensten ist hier bereits ein attraktives Angebot vorhanden, welches jedoch intensiver beworben werden müsse.

„Die professionelle Unterstützung durch eine ausschließlich für die Wallfahrt zuständige Managementfachkraft, die bei der Pfarrgemeinde angesiedelt wäre, wäre für Walldürn ein wichtiger Schritt, ansonsten müsse von einem weiteren Rückgang der Pilgerzahlen ausgegangen werden“, so Bürgermeister Günther. 

Ein weiteres Thema der Gesprächsrunde war der von der Arbeitsgruppe „Wallfahrt“ in einer Konzeption aus dem Jahr 2015 angeregte „Heilig-Blut-Pilgerweg“. Dieser könnte über eine längere Strecke und aus vier Himmelsrichtungen in den Wallfahrtsort führen und im Besondern die Individualpilger ansprechen. Achim Dörr erläuterte dazu das Konzept machte gleichzeitig aber deutlich, dass dies auf ehrenamtlicher Basis nicht zu stemmen sei.

Minister Hauk bot an, dieses Thema bei einem Gespräch mit der Kirchenleitung anzusprechen, um so evtl. auch neue Impulse bei diesem Projektvorhaben zu setzen. „Die Wallfahrt gehört prägend zu Walldürn und diese Wallfahrt ist eine lange Tradition die mit dem Wegsterben der älteren Bevölkerung nicht zu Ende sein darf. Es ist jetzt an der Zeit, neue Ansätze zu suchen und moderne Gedanken der Spiritualität miteinfließen zu lassen“, sagte Hauk.

Grundsätzlich, so Tanja Naas, würde der Odenwald von der aktuellen Corona-Krise touristisch profitieren. Hierbei verwies sie auf den stets sehr gut frequentierten Reisemobilstellplatz in der Walldürner Innenstadt.  Ebenso ging sie auf die zunehmende Zahl der Rad- und Wandertouristen ein.
Ein grundsätzliches Problem sahen alle Beteiligten im innerstädtischen Hotelangebot. Es fehle an einem modernen Mittelklassehotel, um den Gästen mehr Aufenthaltsqualität bieten zu können.

Das Projekt „Heilig-Blut-Pilgerweg wolle man nun weiter verfolgen um möglicherweise auch jüngere Menschen von der Wallfahrt zu begeistern. Ein mögliches Förderinstrument könnte dafür das LEADER-Förderprogramm sein auf dessen erfolgreiche Fortsetzung die Beteiligten hoffen.
Redakteur / Urheber
Stadt Walldürn - Tourist Info - NA